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Trotz Klimawandels: Kälte für deutlich mehr Todesfälle verantwortlich als Hitze

Freitag, 20. August 2021

Quelle: Dt. Ärzteblatt

Seattle, London und Barcelona – Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz 2021 schätzen 3 Forschergruppen die Auswirkungen von nicht-optimalen Temperaturen auf das Sterberisiko. Kälte ist danach für etwa 10 Mal mehr Todesfälle verantwortlich als Hitze. (..)

Die Statistikbehörden der meisten Länder registrieren in den Wintermonaten jeweils einen deutlichen Anstieg der Todesfälle. In den Sommermonaten ist in der Regel eine leichte Zunahme erkennbar.

Katrin Burkart vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle und Mitarbeiter haben für 9 Länder eine genauere Analyse der Todesursachen durchgeführt. Jeder Todesfall wurde mit der an dem Tag gemessenen Außentemperatur und der Klimazone in Beziehung gesetzt. So konnten die Forscher den Einfluss von Kälte und Hitze auf die einzelnen Todesursachen beurteilen, die in den Sterbeurkunden genannt wurden. Diese Daten wurden dann in einer zweiten Analyse auf die Weltbevölkerung hochgerechnet.

Für das Jahr 2019 ermitteln die Forscher im Lancet (2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01700-1) 1,377 Mio. kältebedingte und 356.000 hitzebedingte Todesfälle. In beiden Wetterextremen sind ischämische Herzerkrankungen die häufigste temperaturbedingte Todesursache: 2019 waren sie für 493.000 kälte­bedingte und 64.000 hitzebedingte Todesfälle verantwortlich.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Antonio Gasparrini von der London School of Hygiene & Tropical Medicine und Mitarbeiter in einer Analyse von 384 Städten und Regionen in 13 Ländern (wiederum ohne Deutschland) im Lancet (2015; DOI: 10.1016/S0140-6736(14)62114-0).

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