/

 

Das war schon zu Zeiten der Analog-Fotografie so.


Gefühlte 70-80% meiner Fotos waren im Hochformat aufgenommen.
Und nicht nur, weil ich überwiegend Porträts oder Bäume fotografiert habe.
Es war eine andere Sichtweise meist bekannter Motive, die mir gefiel.
Dass viele der damaligen analogen Fotoalben für die klassischen Papierabzüge semioptimal waren, tat dem keinen Abbruch.
Diese Vorliebe übernahm ich auch in die digitalen Zeiten.
Wobei Kameras ohne Sucher, nur mit Display, manchmal nur unkomfortabel zu nutzen waren, wenn das Display zwar wunderbar schwenkbar war für waagerechte Aufnahmen, aber nicht fürs Hochformat.
Hochformat war immer noch ein sehr bewusster Einsatz der Kamera!
Das änderte sich schlagartig, als Smartphones schon in die Wiege gelegt wurden und die natürliche Haltung (?) der "Kamera" das Hochformat wurde.
Aber das gefiel offenbar nur bedingt, denn Instagram nahm die Qual der Wahl (Hochformat: ungewohnt, aber bequem; Querformat: gewohnt, aber unbequem) ab.
Ganz diplomatisch existieren Bilder via Instagram nur im Quadrat.
Kein Geniestreich des 21. Jahrhunderts, sondern schon vielfach bei unseren Urgroßeltern eingesetzt. Rolleiflex und so, do you remember?
Und wie es der Zufall so will, hielt ich neulich eine solche Kamera, analog, für Film, für Aufnahmen im Quadratformat in der Hand und fotografierte damit.
Plötzlich lacht mein Motiv mir gegenüber laut auf: ich habe die Kamera um 90 Grad gedreht, als ob ich im Hochformat fotografiere!
Es scheint nicht nur an den besonderen Bildern, sondern auch an der Körperhaltung beim Fotografieren zu liegen.